Historie
Am 01.05.1950 wurde die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Einheit Neubrandenburg gegründet. Sie war damit eine der ersten Sportgemeinschaften der Stadt Neubrandenburg. Davor entstand die SG "Fritz Reuter" (1947). Aus dieser gingen die BSG Lokomotive Neubrandenburg (1948), die BSG Einheit und die BSG Energie hervor. Weitere waren die SG "Vorwärts" Neubrandenburg (1949) sowie die SG Dynamo. Erster Vorsitzender war der Vorsitzende des Rates des Kreises, Herr Groth, und später Herrmann Sommer, der ebenfalls bei der Gründung dabei war. Weitere Vorsitzende in der Vereinsgeschichte waren unter anderem Ullrich Stark, Werner Lihs, Ottmar Kreye, Hans Joachim Schröder und Lutz Osterland.
Christel Krause war es, die schon 1946 interessierte Frauen und Mädchen für das Handballspiel begeisterte. Als eines der ersten überlieferten Ergebnisse existiert ein 4:2 (3:1) vom 02.09.1946 der Neubrandenburger Frauen gegen Malchow. Prägende Sportart bei Einheit waren damals Handball (Frauen und Männer), Geräteturnen und Leichtathletik. Aber auch Sportarten wie Tischtennis und Schwimmen nahmen ihren Anfang in der BSG Einheit Neubrandenburg. Trägerbetriebe der BSG Einheit waren die staatlichen Organe, wie der Rat des Kreises und Rat der Stadt. Später auch der Rat des Bezirkes sowie Banken und Sparkassen. Auf Grund der Spezialisierung wurden 1960 alle Sportarten von anderen Betriebssportgemeinschaften übernommen. Handball blieb bei der BSG Einheit. Die BSG erhielt den Auftrag, Handball als Schwerpunktsportart zu entwickeln. Anfangs waren auch noch Männermannschaften aktiv tätig. Sie wurden jedoch später von Traktor Neubrandenburg übernommen.
Die erste Frauenmannschaft errang von 1953 bis 1965 in ununterbrochener Reihenfolge den Bezirksmeistertitel im Großfeldhandball und wurde von 1955 bis 1975 in der Halle Bezirksmeister. Auf dem Großfeld spielte die erste Frauenmannschaft 1963 sogar in der DDR-Oberliga (höchste Spielklasse). Damals hießen die Mannschaften, mit denen sich die Frauen auseinandersetzen mussten: Fortschritt Weißenfels. SC Empor Rostock, TSC Berlin, SC Aufbau Magdeburg, Lok Rangsdorf, u.a. Aktive Spielerinnen waren damals Christel Krause, Ingrid Wildermann, Inge Türpitz, Jutta Träger, Inge Möller, Ursula Koch, Gisela Gresch, Magda Zillmann, Lilli Städt, Eveline Below, Renate Auge, Ruth Schröder und Gerlind Thorke. Sie waren es, die mit Übungsleiter Gerhard Träger den Grundstein für spätere Erfolge legten. In der Saison 1975/76 wurde unter Übungsleiter Klaus Koch und Mannschaftsleiter Rainer Wendelstorf der Aufstieg in die DDR-Liga geschafft und in der Saison 1976/77 ein beachtlicher 3.Platz errungen. Mit dabei waren unter anderem Edeltraud Giese, Elke Zander, Bärbel Kruse, Astrid Muchow, Rosemarie Meier, Uta Meyer, und Rita Plundrich. Durch die Unterstützung der Trägerbetriebe war es zu dieser Zeit möglich Gudrun Beyer und Helma Süß aus Demmin, etwas später (nach dem Zusammenschluss zu Einheit/Sirokko) Liane Michaelis aus Magdeburg und Gudrun Marschallek aus Wittenberg zu gewinnen. In der Saison 1977/78 gelang dann der Aufstieg in die DDR-Oberliga. Doch nach einem Jahr musste der Abstieg hingenommen werden. 1979 gelang der Wiederaufstieg und im darauffolgenden Jahr mit Platz 6 die beste Platzierung.
Von 1980 bis 1988, außer 1985, spielte die Mannschaft in der höchsten Spielklasse der DDR, der Oberliga. Die Frauenmannschaft stieg 1988 ab und das Jahr darauf wieder in die Oberliga auf. Die Juniorenmannschaft spielte ebenfalls in der Oberliga und belegte hinter dem TSC Berlin Platz 2. Trainerin war Petra Puch. Zur Mannschaft gehörten Sandra Lück, Liane Wachsmuth, Astrid Benoni, Andrea Bruhn, Sylvia Arnold, Karina Hein, Claudia Feist, Sandra Gurzki, Christine Lindner, Manja Nehring, Gabi Rösler, Heike Gerds, Steffie Krengel und Ilka Reiche. Nach dem Fall der Mauer und dem Zusammenschluss der beiden deutschen Handballverbände hätte die Frauenmannschaft in der ersten Bundesliga spielen können. Doch man verzichtete und spielte in der zweiten Bundesliga und später in der Regionalliga.
Im Spieljahr 1982/83 erreichte die AK 12 unter Trainer Achim Willert, die erste Medaille bei den DDR-Meisterschaften. 1983 bis 1986 wurde ein 3.Platz in der Ak 12 und in der AK 13 ein 2.Platz erreicht. In den Jahren 1985 bis 1987 belegte die AK 13 einen 2.Platz bei den DDR-Meisterschaften und die AK 15/16 einen 3.Platz im Pokal des Deutschen Handball Verbandes der DDR. Die beste Platzierung im Nachwuchsbereich wurde im Spieljahr 1987/88 unter Trainer Norbert Wiedenhöft erreicht, als die AK 11 den ersten DDR-Meistertitel für die BSG Einheit Sirokko erringen konnte. Hauptanteil an diesen großen Erfolgen hatten vor allem Ullrich Grunow, Achim Willert, Norbert Wiedenhöft, Joachim Schröder und die leider viel zu früh verstorbene Christina Petry.
Ehemalige Nationalspielerinnen, wie Liane Michaelis, Petra Puch, Brigitte Wegner und Jeanette Grunow, Heike Ahlgrimm und Anne Jochin, aber auch Juniorenauswahlspielerinnen wie Kati Rößler, Mandy Heinelt und Marylin Krause gehörten bzw. gehören zu unserem Verein. Ein Großteil von ihnen erlernte das Handballspielen in Neubrandenburg.
Am 11.06.1974 wurde die Sektion Gewichtheben gegründet. Unter Leitung der Sportfreunde Norbert Ritter und Joachim Paulick wurde die Sektion die erfolgreichste im damaligen Bezirk Neubrandenburg. Zahlreiche Medaillen bei DDR-Meisterschaften, Spartakiaden und internationalen Wettkämpfen wurden von Sportlern der Sektion errungen.
Seit 1960 gibt es im Verein eine Abteilung Fußball, die damals dazu diente, ehemaligen Aktiven anderer Vereine und den Werktätigen der Trägerbetriebe eine Möglichkeit der volkssportlichen Betätigung zu geben.
Am 20. Juni 1997 wurde durch die Fusion der beiden Sportvereine SV 1950 Neubrandenburg e.V. und HV Fortuna Neubrandenburg e.V. der Grundstein für eine neue Ära im Handballsport in Neubrandenburg gelegt. Der kleinere Verein Fortuna entstand nach den politischen Veränderungen 1990 aus der Armeesportgemeinschaft (ASG) Trollenhagen- Mitte und widmete sich fast ausschließlich dem Männerhandball und deren Nachwuchs.
Mit einer großen Feier und vielen Aktivitäten feierten die Mitglieder des SV Fortuna `50 Neubrandenburg im Jahr 2000 das 50jährige Vereinsjubiläum. Gemeinsam mit einigen Gründungsmitgliedern und verdienten Sportlern, Trainern und Förderern schaute man auf das vergangene halbe Jahrhundert zurück und erinnerte sich alter Geschichten und Erlebnisse.




